logo zwanzigquadratmeter, Projektraum, Berlin

Nicolas Guiot & Guillaume Alimoussa (F)

Skulptur. 61208

6. - 20. Dezember 2008


zwanzigquadratmeternicolasguiot

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© Nicolas Guiot, Encombrant.10, Say HI!, 2008

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© Guillaume Alimoussa, Sans titre, 2008

ENCOMBRANTS

Ein einfaches aber effektives Prinzip : Die Befreiung von den Zwängen des Raumes ermöglicht einen Austausch losgelöst von Regeln und Zwängen, durch den ungeahnte Möglichkeiten aufgezeigt werden. Wie gelingt es jedoch in den Austellungsräume dieses neue, ungewohnte Modell umzusetzen, in welchem die Räume durch das Prinzip der Umkehrung eine völlig neue Bedeutung gewinnen?

Nicolas Guiot löst diese Problematik durch Anhäufung, überfüllung und übertretung der Fläche. Er beugt sich weder Regeln, die den Dialog mit der Aussenwelt und die persönlichen Vorstellungskraft einengen könnten, noch jedweder Platzzuweisung. Der Raum ist für ihn keine rigide, sich um ein Epizentrum drehende, geschlossene Einheit, oder eine unbegrenzte Fläche ohne Orientierungspunkte, sondern vielmehr ein essentielles Element, das es als eigene Größe in die künstlerische Arbeit zu integrieren gilt. Der Raum erscheint nicht als passive Einheit, sondern als die eigentliche Materie der Experimente von Einschränkung und Erweiterung.Es handelt sich um eine Art Spiel mit der Ausdehnung des Rahmens sowie des Inhaltes, hervorgerufen durch Anhäufung und überfüllung von Materie.

Durch die gewollte Nichtanpassung an die Grenzen des Raumes, überfüllen seine Werke diesen einerseits, und grenzen sich andererseits von ihm ab. Trotzdem ist diese Anhäufung nie einfache Ausfüllung und die überschreitung der Raumgrenzen nie unverhältnismässig - darin zeigt sich die Stärke von Nicolas Guiots Intervention.

Die drei Strukturen aus Holz und Platten sind keine disproportionnierten, monströsen Schöpfungen, sondern das Ergebnis einer soliden Reflektion des Künstlers, der durch den Einschnitt den Dialog mit dem Raum eröffnet. Das räumliche Umfeld ist nicht passiver Hintergrund der Installation, sondern Platform eines Dialoges zwischen Innen- und Aussenräumen.

Die Umkehrung von Innen und Aussen verbildlicht so nicht etwa die auferlegten Zwänge der äusserlichen Gegebenheiten des Umfeldes, sondern die aussergewöhnliche Sicht des Künstlers auf den Raum.

Didier Arnaudet



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